Aktuelle Neuigkeiten

Geschrieben von Ravindra Bhagwanani am in Archives

Alle Details sind immer noch nicht bekannt, aber zumindest die meisten. Air Canada wird ihr Programm Aeroplan am 08. November neu starten. In Kürze, der grundlegende Wert des Programms wird verschlechtert, während einige neue interessante Elemente eingeführt werden. Die meisten Prämienpreise werden leicht erhöht und das Sammeln mit Air Canada wird anfangs 2021 auf eine Umsatzbasis umgestellt, wobei allerdings eine zu tiefe Sammelrate von 3 Punkten pro CAD angesetzt wird, was bedeutet, dass die meisten Kunden weniger Punkte sammeln werden als heute. Auf der Prämienseite werden alle Treibstoffzuschläge (auch auf Partner-Gesellschaften) eliminiert, aber eine pauschale Prämiengebühr von 39 CAD pro Person für Prämien mit Partner-Fluggesellschaften wird eingeführt. Stopovers werden auch mit einer Extra-Gebühr von 5.000 Meilen berechnet. Andererseits wird ein Familienkonto eingeführt (welches nicht wirklich auf Familienmitglieder beschränkt ist) sowie, neben anderen, neue Vorteile für Inhaber einer co-branded Kreditkarte und ein neuer optionaler Elitevorteil, Status Pass genannt. Diese Pässe können an andere Personen abgegeben werden, die zusammen mit eventuellen Reisebegleitern während eines Tages für Flüge Priority-Services genießen können. Zusammenfassend sind die Änderungen sicher nicht schwarz oder weiß, aber wahrscheinlich weißer, wenn Sie in Kanada leben und schwärzer anderswo. Angesichts der aktuellen Situation wäre es jedoch sicher wünschenswert gewesen, wenn Air Canada die Verspätung mit dem Neustart des Programms genutzt hätte, um die Änderungen etwas weißer für jedermann zu machen.

Geschrieben von Ravindra Bhagwanani am in Archives

Geschichtsbücher werden Qatar Airways vielleicht den Gewinner der Krise nennen. Und dies wäre nicht zufällig, sondern das Resultat einer klaren Bekenntnis zum Markt. Im April erreichte die Gesellschaft alleine einen globalen Marktanteil von 17,8% (!) – mehr als die folgenden vier Fluggesellschaften zusammen! Und die Fluggesellschaft versteht, dass sie ihre Vielflieger benötigt. Nach mehreren Angeboten im Privilege Club hat die Airline jetzt angekündigt, den Meilenverfall nach drei Jahren für alle aktiven Mitglieder zu stoppen, definiert als Mitglied mit einer Kontoaktivität alle 36 Monate. Während viele andere Fluggesellschaften natürlich ähnlich operieren (inkl. Etihad, die kürzlich zu einer solchen Regelung mit einer 18-Monats Bedingung gewechselt hat), fügt das Umstellen zu einer solchen Regelung jeder Fluggesellschaft einen erheblichen Betrag an finanziellen Rückstellungen hinzu. Bereit zu sein, dies in der aktuellen Lage zu akzeptieren – d.h. die Interessen der Kunden vor alles andere zu stellen – ist, um es gelinde auszudrücken, sehr bemerkenswert. Warten wir ab, ob diese positive Reise weitergeht, da das Programm nichtsdestotrotz viele verbleibende und zu korrigierende Schwachstellen hat, nota bene das grundsätzliche Fehlen der Großzügigkeit der Programmstruktur.

Geschrieben von Ravindra Bhagwanani am in Archives

Obwohl LATAM die oneworld-Allianz bereits früher dieses Jahr verlassen hatte, spürten LATAM Pass-Mitglieder nicht viel davon, da die Vorteile weitestgehend beibehalten wurden (natürlich mit der Ausnahme von American Airlines, die das Programm verlassen hatte). Während die Sammel- und Einlösepartnerschaften mit den früheren Partnern weiterhin beibehalten werden, stehen den Elitemitgliedern jedoch härtere Zeiten ins Haus, da sie ab 01. Oktober auf oneworld-Gesellschaften von keinen Vorteilen mehr profitieren werden. Die neuen bereits eingeführten Vorteile mit Delta werden diesen Verlust wohl für die meisten internationalen Reisenden nicht auszugleichen vermögen. Um diesen Verlust besser zu verkraften, werden LATAM Pass Elitemitglieder jedoch einen bescheidenen Meilenbonus von 15 oder 30% auf Flügen mit den früheren oneworld-Partnern erhalten, außer auf Flügen von/nach Südamerika. Aber dieser Bonus wird nur auf einer Promotionsbasis bis zum 31. Dezember 2021 angeboten…

Geschrieben von Ravindra Bhagwanani am in Archives

Nur wenige Tage musste man warten, bis Lufthansa eine Antwort auf die attraktive Promotion von Air France KLM bereit hatte. Sie ist in einem – wesentlichen – Punkt besser als bei Flying Blue, aber in allen anderen schlechter. Der bessere Punkt ist, dass man bei Miles & More auf Lufthansa-Flügen fünffache Meilen erhält – bei Flying Blue sind es „nur“ doppelte. Aber dieses mag im direkten Vergleich kaum ausreichen, um gegen Flying Blue bestehen zu können: Die Miles & More-Promotion gilt nur in der Economy Class auf den meisten Europaflügen (die wichtigsten Ausnahmen sind Flüge nach Spanien, Portugal, Russland und Griechenland) für maximal acht Segmente, sie bezieht sich nur auf Prämienmeilen, nicht aber auf Statusmeilen und sie ist nur bis 30. September gültig. Ferner ist eine Einschreibung bis zum 31. August erforderlich (Flugbuchungen können aber später erfolgen). Zu beachten ist auch, dass die Promotion nur bei Lufthansa selbst gilt, nicht aber auf den anderen Programmanbietern wie Swiss, Austrian, Brussels Airlines oder LOT.

Geschrieben von Ravindra Bhagwanani am in Archives

Und wieder ein paar Tage später war British Airways mit ihrer Version einer Meilenpromotion für ihre Executive Club-Mitglieder zur Stelle, die in Bezug Attraktivität irgendwo zwischen Miles & More und Flying Blue liegt. Doppelte Meilen werden bis zum 31. Dezember auf den ersten zehn mit British Airways geflogenen Segmenten weltweit vergeben. Reservationen für dieses Angebot müssen jedoch bis zum 31. August getätigt werden.

Geschrieben von Ravindra Bhagwanani am in Archives

Bisher hielten sich die Fluggesellschaften mit großzügigen Meilenangeboten zurück. Sie schienen sich eher auf Staatshilfen als auf Kunden zu verlassen. Ausnahmen waren Southwest Airlines und Finnair mit generellen Promotionen für doppelte Punkte auf ihren Flügen in ihren respektiven Programmen Rapid Rewards und Finnair Plus. Air France KLM setzt jetzt jedoch andere Gesellschaften massiv unter Druck, da sie soeben eine Promotion für doppelte Meilen und Statuspunkte in ihrem Flying Blue gestartet hat – für alle Flüge bis zum 31. Dezember. Haken und Einschränkungen des Angebots: Fehlanzeige! Eine Einschreibung für diese Promotion ist nicht erforderlich.

Geschrieben von Ravindra Bhagwanani am in Archives

Brasilien ist nicht wirklich ein Ort für Erdbeben, aber die Ankündigung letzten Monat einer engen Zusammenarbeit zwischen LATAM und Azul, inklusive einer Vielfliegerpartnerschaft in deren Programmen LATAM Pass und Tudo Azul, hatte die Stärke eines sehr großen. Die Zusammenarbeit zwischen den Fluggesellschaften Nummer 1 und 3 in Brasilien ist durch die Covid-bedingte Krise der Industrie gerechtfertigt, aber wird das Leben vor allem für Gol und ihr Smiles-Programm hart machen. Da Azuls andere Partnerschaften mit Gesellschaften von Star sind (inklusive der gerade gestarteten Partnerschaft mit Air Canada) während LATAM Pass trotz des Zugangs von Delta die meisten ihrer ehemaligen oneworld-Partner beibehielt, können die  Dinge noch in einem Sinne sehr interessant werden, dass brasilianische Kunden künftig beliebig eines der beiden Programme wählen können, je nachdem welche internationale Fluggesellschaften-Partner sie bevorzugen. Und das internationale Partnernetzwerk bleibt natürlich nach wie vor auch der starke Punkt von Smiles.

Geschrieben von Ravindra Bhagwanani am in Archives

Alle Fluggesellschaften versuchen Wege zu finden um sicherzustellen, dass sie nächstes Jahr um diese Zeit noch existieren. Trotz der außergewöhnlichen Anstrengungen wird dies vielen trotzdem nicht gelingen. Aber Alitalia hat den einfachsten Weg gefunden: Ohne dass jemand dessen wirklich gewahr wurde, stellte man am 29. Juni die alte Alitalia, die als Alitalia-sai firmierte, ein und erschuf eine neue, Alitalia-tai. Einfach gesagt ist dies eine schuldenfreie Gesellschaft mit einem Startkapital von 3 Milliarden EUR an Staatshilfe, aber sie übernimmt die Schulden in Zusammenhang mit ihrem Vielfliegerprogramm MilleMiglia, welches nicht direkt von dieser Transaktion betroffen ist. Die europäische Union hat jedoch ihre Zustimmung zu der Staatshilfe davon abhängig gemacht, dass Alitalia „einen sauberen Schnitt mit ihrer Vergangenheit macht“. Wenn man sich ihre Flotte, Streckennetz, Management/Personal und Vielfliegerprogramm anschaut, gibt es sicherlich mehr Gründe an dieser Bedingung zu zweifeln als sonst irgendetwas. Sollte es jedoch mit Alitalia-tai nicht funktionieren, warum nicht es mit -uai, -vai, -wai etc. versuchen? Zumindest so lange, bis es auch das letzte MilleMiglia-Mitglied geschafft hat, alle ausstehende Meilen zu nutzen?

Geschrieben von Ravindra Bhagwanani am in Archives

Zumindest für einige Zeit wird das Leben eines Elitemitglieds nicht mehr so sein wie früher – und wird die Frage nach dem Wert der Mitgliedschaft und der Anstrengungen, die man unternehmen sollte, um ein solches Mitglied zu werden oder zu bleiben, nach sich ziehen. Jetzt, wo der Verkehr wieder anzieht wird es klarer, wie sich die Airlines die Zukunft vorstellen. Für die meistern Statuskunden sind kostenlose Upgrades (die vor allem in den nordamerikanischen Programmen populär sind) und der Lounge-Zugang die zwei wertvollsten Vorteile. Offiziell macht hier niemand Einschnitte als solches, aber US-Airlines haben schon gewarnt, dass sie nicht notwendigerweise jeden Berechtigten upgraden, selbst wenn Plätze verfügbar sind um die Premium-Kabinen nicht vollzustopfen, wenn der hintere Teil des Flugzeuges leer ist. Ebenso wird das Lounge-Erlebnis nicht mehr das gleiche sein. Kapazitätsbeschränkungen werden eingeführt und vergessen Sie Selbstbedienungs-Buffets und Bars. Die Lounges bleiben natürlich nach wie vor ein ruhiger Platz zum Arbeiten – aber da Vielflieger die ersten sind, die Reisen wieder aufnehmen, dürften sich viele Flughäfen finden, wo der öffentliche Bereich vermutlich ruhiger ist. Und dann gibt es immer diese Spezialfälle: Während es sicher eine gute Idee ist, den Alkohokonsum auf Reisen zu beschränken, missbrauchen einige Lounges die aktuelle Situation, um Beschränkungen eines solchen Konsums durchzusetzen. Wie das mit der Pandemie zusammenhängt bleibt jedoch ein Rätsel…

Geschrieben von Ravindra Bhagwanani am in Archives

Nur die Älteren unter uns mögen sich vielleicht noch vage daran erinnern, dass vor langer Zeit über die Einführung eines Vielfliegerprogramms von easyJet spekuliert wurde. Während easyJet jetzt sicher bereut, in der aktuellen Lage kein solches Werkzeug zu besitzen, um ihr zu helfen, ihre Flugzeuge wieder zu füllen, wird sie sich mit einem anderen Problem auseinandersetzen müssen, falls sie sich je dennoch dazu entschließt, ein Programm zu starten: Der logische Name für ihr potentielles Programm, Orange Miles, wurde jetzt nämlich von der afghanischen Kam Air für neu gestartetes Programm belegt. Aber die gute Nachricht ist, dass easyJet sich eventuell sogar von diesem eher erfrischenden Programm inspirieren lassen kann, das keinen Punkteverfall, ein flexibles Familienkonto und einen Bonus für Online-Buchungen aufweist.